Einen Kissenbezug weben mit selbstgebautem Webrahmen

… auch so kann man Wollreste verarbeiten!

Sicher kennt ihr das auch: Man sieht ein tolles Teil – in meinem Fall ein Kissen – will es sich bestellen und dann gibt es das Kissen nicht mehr! Na ja, gegeben hätte es das Kissen schon noch, jedoch nur in einer anderen Farbkombi.

Also habe ich mir überlegt, das kannst du auch selbst. Gewebt habe ich zwar zuletzt in meiner Schulzeit, aber das ist sicher wie Radfahren: Das verlernt man ja auch nicht.

Der Webrahmen – Hack

Einen Webrahmen hatte ich natürlich auch nicht zuhause und wenn, dann wären die normalen Webrahmen eh zu klein dafür gewesen. Also habe ich mir auch den Webrahmen selbst gebastelt. Hierfür habe ich eine alte Leinwand (Keilrahmen mit Canvastoff) genommen. Natürlich kann man sich den Webrahmen auch aus Latten zurecht schneiden und zusammen schrauben.

Um die Kettfäden befestigen zu können, habe ich auf zwei gegenüberliegenden Seiten nach jedem Zentimeter einen Nagel reingehauen. Die Nägel sollten idealerweise einen etwas größeren Kopf haben. Erstens lassen sie sich so leichter reinhämmern, zweitens haut man sich dabei nicht so leicht auf die Finger und drittens rutschen die Kettfäden nicht ungewollt herunter.

Jetzt noch die Kettfäden spannen. Hierfür habe ich die Wolle meiner Grundfarbe „weiß“ gewählt. Am ersten und letzten Nagel verknoten. Immer über zwei Nägel einer Seite legen und dann auf die andere Seite führen und auch hier über zwei Nägel legen. Somit ergibt sich ein Abstand zwischen jeden Faden von 1 cm.

So hab‘ ich das Kissen gewebt:

Schritt 1 – Weben mein Muster
Mit der weißen Wolle habe ich ca. 3 cm normal gewebt. Also immer einen Kettfaden oben auf der Nadel und den nächsten Kettfaden unter der Nadel.

Und immer schön eng nachkämmen. Hierfür habe ich einen Breitzack-Kamm verwendet.

Der Teil mit den Fransen. Dafür habe ich ein 3mm-Makrameegarn in Natur genommen und Stücke in Handbreite abgeschnitten. Um jeden Kettfaden habe ich einen Makrameefaden geknüpft indem ich diesen zu einer Schlaufe gelegt und unter den Kettfaden geführt und die beiden losen Enden durch die Schlaufe gezogen habe. Geknüpft habe ich drei Reihen und dazwischen immer zwei Reihen mit der weißen Wolle zur Stabilität gewebt.

Mit der Filzwolle in Altrosa webte ich ca. 5m. Hier habe ich immer einen Kettfaden über der Nadel und zwei Kettfäden unter Nadel gewebt. Am Anfang der Reihe habe ich immer mit 1 Kettfaden begonnen, damit sich das Muster nicht versetzt. Dadurch sieht man fast keinen Kettfaden und außerdem trägt die Webung dicker auf durch das Überweben von 2 Kettfäden.

Mit dem beigen Farbton habe ich immer 6 Fäden zusammen genommen und diese auf die passende Länge geschnitten (Länge jeden Faden 2,5 der Webfläche).

Mit diesem Fadenbündel bin ich über zwei Kettfäden und habe die Fäden unter diesen zwei Kettfäden wieder zurück geführt, um die Kettfäden mit dem beigen Fadenbündel zu umschließen und bin dann weiter zu den nächsten beiden Kettfäden.

Insgesamt habe ich hier sieben Reihen gewebt.

Mit diesen Elementen habe ich meinen Kissenbezug (Webteppich) gestaltet. In welcher Reihenfolge und wie breit jedes Element werden soll, da ist man ja vollkommen frei.

Am Ende den Webteppich von den Nägel ziehen und alle Fäden auf der Rückseite verknoten oder vernähen.

Schritt 2 – Die Fransen
Die Makrameegarne müssen nun mit einem Kamm gut ausgekämmt bzw. gebürstet werden. Dazu den Webteppich am besten vor und nach den Makrameereihen umbiegen, damit man die Fäden auf den Tische kämmen kann. Danach noch mit einer Schere alles auf die gewünschte Länge kürzen.

Wer schon einmal Haare geschnitten hat, wird feststellen, dass das Haare schneiden wesentlich einfacher ist, als Makrameefäden in einen gleichmäßigen Schnitt zu bringen. Aber mit etwas Geduld habe ich auch das hinbekommen.

Schritt 4 – Zusammennähen und Füllen
Für das Zusammennähen den Webteppich rechts auf rechts legen und darauf achten, dass die Fransen nun alle innen liegen.

Ich habe ein ca. 15 cm langes Stück vom Kissen offen gelassen, damit ich es nach dem Nähen wieder auf links drehen konnte. Gefüllt habe ich mein Kissen mit Hochbauschwatte. Natürlich kann man auch ein fertiges Kisseninlay verwenden. Nach dem Füllen habe ich dann die offene Stelle noch zugenäht und VOILA fertig war mein gewebtes Kissen.

Hier noch das DIY-Video mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung:


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