BASICS | Was ist vor dem Streichen zu tun?

Vor dem Streichen kommt nun erstmal die Fleißarbeit. Je nach Projekt kann das auch mal etwas aufwendiger werden. 

 

Aber VERSPROCHEN: Es lohnt sich immer! Wirklich immer!

 

Bevor ich mit der Vorbereitung meine DIY-Projektes beginne, verbringe ich erstmal etwas Zeit damit, um herauszufinden wie ich das Stück neu gestalten will. Mir hilft dazu immer ein Foto auf dem Handy. So kann ich es jederzeit ansehen und verschiede Varianten im Kopf durchspielen. 

 

Die letzten Entscheidungen treffe ich während des Schleifens. Denn hier zeigt sich dann inwieweit meine Vorstellung umsetzbar ist. Ich fange meist erst an, wenn ich schon eine erste Grundidee habe.

 

1 Griffe und Beschläge


Als erstes entfernen wir Griffe und Beschläge. Sollte das nicht möglich sein, dann bitte gut abkleben. Wenn ihr die Griffe und Beschläge allerdings auch streichen wollt, dann dürfen Sie natürlich bleiben und müssen auch nicht abgeklebt werden.

 

 

2 Oberfläche bearbeiten


Hier kommt es jetzt darauf an in welchem Zustand die Oberflächen sind und welchen Look das Stück am Ende haben soll.

 

 

Ausbesserungsarbeiten


Natürlich kommt es vor, dass ein Möbelstück auch ein paar Macken im Laufe der Jahre abbekommen hat oder Löcher und Risse. Hier kann man nun mit einer Holzreparaturspachtel und Holzleim ausbessern. 

 

Löcher oder Macken mit der Spachtel füllen, die gibt es auch in verschiedenen Farbtönen. Du kannst damit auch die Löcher von den alten Griffen verschwinden lassen, wenn du neue Griffe anbringen willst. Gut aushärten lassen.

 

Manchmal hat das Holz größere Risse. Hier ist es ratsam mit Holzleim zu verkleben und das gute Stück mit Schraubzwingen zu fixieren, bis der Leim getrocknet ist.

 

So geht es weiter bei Naturholz


Wir beginnen mit dem Schleifen, damit die Oberfläche befreit ist von tieferen Verschmutzungen, evtl. alten Wachsresten und um “schlechte” Gerüche verschwinden zu lassen.

 

Wichtig für eure Gesundheit und Sicherheit:

Tragt beim Schleifen und Abbeizen immer einen Mund-Nasen-Schutz und eine Brille!

Muss man vor dem Streichen unbedingt schleifen? NEIN!

Bei Kreidefarbe muss nach Angabe der Hersteller vorher nicht geschliffen werden.
=> weiter bei Punkt 2 “Entstauben und Reinigen”

ABER!
Wenn du ein wirklich stoßfestes Ergebnis haben willst, dann ist das Schleifen ein MUSS. Zu mal es ja auch tiefer liegende Verschmutzungen und “schlechte” Gerüche teileweise beseitigt, aber auf jeden Fall minimiert.

Also, ich schleife seit meinem zweiten Möbelstück immer! Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass das Ergebnis einfach wesentlich besser wird und man keine bösen Überraschungen beim Streichen erlebt.

… soll naturbelassen bleiben


Hier ist das Schleifen aufwendiger, die Oberfläche soll schön glatt und fein sein. Hier schleift man in mehreren Durchgängen von GROB nach FEIN. Also zuerst verwendet man ein gröberes Schleifpapier und danach ein feineres.

 

Bei Weichholz fange ich meist mit einer Körnung von 60 an. Danach nehme ich für den nächsten Schliff eine Körnung 120 und für den Feinschliff dann Körnung 180.

 

Bei Hartholz nehme ich die Körnungen 120, 180, 240 für eine schöne glatte Oberfläche.

Zum Schleifen verwende ich hierfür meistens eine Schleifmaschine (außer bei kleinen Projekten). Am meisten nutze ich einen Exzenterschleifer. Es gibt aber auch Bandschleifer und Deltaschleifer. Wichtig ist bei allen Geräte keinen manuellen Druck auszuüben, sondern das Gerät “lediglich” zu führen. Beim Bandschleifer und Deltaschleifer darauf achten, dass man in Richtung der Holzmaserung schleift, damit es keine unschönen Riefen und Rillen gibt. Die kriegt man nämlich meistens nicht mehr weg !

 

Für schwierige Ecken, Rundungen, Kanten oder Verzierungen nehme meist nur ein Stück Schleifpapier. Habe aber in letzter Zeit auch das Schleifvlies für mich entdeckt. Ich finde damit kommt man noch besser in Detailbereiche.

 

Bei Holzfurnier ist es ratsam nur mit der Hand zu schleifen. Holzfurnier ist sehr dünn, und wenn man wenig Übung mit dem Schleifgerät hat, könnte es sonst passieren, dass man Stellen durchschleift. Es gibt ja auch Schleifklötze, die liegen gut in der Hand und man erreicht damit auch ein schönes gleichmäßiges Schleifergebnis.

 

 

… soll gestrichen werden


Hier ist das Schleifen nicht so aufwendig. Es reicht ein einmaliger Oberflächenschliff aus. Hierfür verwende ich am liebsten die Körnung 120 und für schwer zu schleifende Stellen nehme ich auch hier ein Stück Schleifpapier oder eine Schleifvlies.

 

So geht es weiter bei vorhandenem Lack

 

Es gibt Lack- oder Farbschichten, die lassen sich ganz leicht abschleifen. Dann ist die Vorgehensweise identisch dem Schleifen bei Naturholz. Nur fange ich hier mit einer noch gröberen Körnung an. Meist 40 – max. 60 und ich schleife danach immer mit einer Körnung von 120 – auch wenn ich das Projekt danach streiche.

 

Ausnahme: Man will einen eher derben rustikalen Look erzielen.

 

Oft ist das Schleifen bei altem Lack aber sehr mühsam. Man kann sich hier auch mit einem chemischen Abbeizmittel behelfen. Die gelöste Farbe kann dann mit Hilfe eines Spachtels entfernt werden. Manchmal sind auch mehrere Wiederholungen nötig. Und nicht vergessen: Wenn das Holz getrocknet ist, muss auch hier noch nachgeschliffen werden.

 

So geht es weiter bei beschichteten Möbeln (z.B. IKEA)

 

Hier müsst ihr das Möbelstück nicht komplett abschleifen, da die Beschichtung ja meist sehr dünn ist (Furnier, Folie, Acryl, …). Hier ist es ausreichend die Oberfläche mit einem Schleifpapier Körnung 120 anzurauen. Ich schleife solche Oberflächen immer mit der Hand und einem Schleifklotz.

 

3 Entstauben und Reinigen

 

Nach dem Schleifen muss euer Streichobjekt sehr gut vom Staub befreit werden und gründlich gereinigt werden.

 

Zum Entstauben nehme ich so weit es geht immer den Staubsauger entweder mit der langen Düse oder dem Bürstenaufsatz.

 

Zum Reinigen verwende ich am liebsten einen Anlauger oder einen sehr guten Fettlöser. Die Oberfläche muss am Ende wirklich fettfrei sein. Bitte denkt auch daran das Möbel und vorhandene Schubläden von Innen zu reinigen.

 

Jetzt muss euer Projekt erstmal sehr gut trocknen. Solltet ihr zu nass gereinigt haben, dann kann es sein, dass die Holzfaserung etwas aufquillt. Hier dann mit einem sehr feinem Schleifpapier mindesten Körnung 240 leicht mit der Hand darüber schleifen und nochmal absaugen.

 

*Am liebsten verwende ich einen Anlauger in Pulverform. Diesen habe ich immer in einer kleinen Menge fertig gemischt in einem Glas. Zum Reinigen nehme ich ca. 3 Liter Wasser in einen Eimer und gebe einen großen Schuß meines gebrauchsfertigen Anlaugers dazu. Somit ist er nochmal verdünnt und ideal zum Reinigen. Danach mit klarem Wasser noch mal nachreinigen.

 

4 Abkleben


Nun ist es an der Zeit alle Teile abzukleben, die ihr naturbelassen behalten wollt. Ich klebe auch immer am unteren Boden beim Anschlag der Türen ab, um einen geraden sauberen Abschluss zu bekommen. Liebe mal zu geklebt als zu wenig. Auch so eine Erfahrung von mir.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

SCHON gesehen? Es gibt jetzt einen Bereich für meine ONLINEKURSE. Das Angebot wird ständig erweitert.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner