MakeOver Holzstuhl – DRY BRUSH Technik

Indische Stempelmotive und eine neue Sitzfläche.

Vor zwei Jahren haben wir auf einem Trödelmarkt diesen alten Kinderholzstuhl gefunden und natürlich sofort mitgenommen. Bisher hatte ich immer irgendwie keine Zeit eine neue Sitzfläche zu sägen und dem Holzstuhl ein neues Design zu geben.

Doch jetzt war es soweit! Gearbeitet habe ich mit der DRY BRUSH Technik, Kreidefarbe und Indischen gummierten Stempeln.

So hab’ ich den Holzstuhl “gestrichen”:

Schritt 1
Zuerst habe ich die alten Reste eines Furniers entfernt – war vermutlich ein Teil der damaligen Sitzfläche und mit der Holzpaste habe ich an der Stuhllehne die Löcher der fehlenden Armlehnen geschlossen.

Schritt 2
Den Holzstuhl habe ich dieses mal mit der Hand geschliffen. Er ist ja klein und handlich. Es ging sehr schnell, da es sich ja nur um Schmutz handelte. Verwendet habe ich dafür einen Schleifklotz mit Körnung 80 und danach noch einen Feinschliff mit Körnung 120. Für die unzugänglicheren Stellen habe ich ein Schleifvlies verwendet.

Danach habe ich den Stuhl noch gründlich gereinigt. Hierfür eignet sich ein guter Fettlöser oder in meinem Fall ein stark verdünnter Anlauger. Diesen muss man dann allerdings wieder mit klarem Wasser abnehmen.

Beim Reinigen konnte ich dann auch gleich feststellen, dass der Stuhl Gerbsäure abgibt. Somit war klar, dass er durchbluten wird.

Schritt 3
Aufgrund der Gerbsäure und der Tatsache, dass ich den Stuhl mit weißer Kreidefarbe streichen wollte, war es notwendig einen Sperrgrund aufzutragen. Hierfür habe ich einen transparenten Sperrgrund verwendet. Transparent deswegen, da ich ja noch Teile des Holzes sichtbar lassen wollte.

Das Holz bleibt hierbei auch nach dem Auftragen des transparenten Sperrgrundes matt.

Schritt 4
Nun ging es ans Streichen. Bei der DRY BRUSCH Technik benötigt man einen Pinsel wie gewohnt, Kreidefarbe und ein Tuch zum Abtupfen der überschüssigen Farbe.

Bei dieser Technik ist der Pinsel trocken und es wird nur ganz wenig Farbe aufgenommen. Ähnlich wie beim Schablonieren. Nun streicht man mit dem fast trockenen Pinsel das Holz.

Der Vorteil bei dieser Technik ist das langsame Herantasten an die gewünschte Farbintensität und Fehler können auch sehr leicht mit einem Schleifvlies wegradiert werden.

Am Ende wirkt die Struktur eher wie gekalkt statt gestrichen. Ein sehr schöner Look wie ich finde und der auch sehr gut zum Shabby Chic passt. Aber eher zum edleren Shabby Look.

Schritt 5
Jetzt wird noch etwas gestempelt. Den Rahmen unter der Sitzfläche und auch die obere Querstrebe der Rückenlehne habe ich mit Indischen Stempelmustern verschönert.

Beim Stempeln sollte man von der Mitte nach außen arbeiten, damit sich ein gleichmäßiges Muster ergibt. Dazu habe ich einfach mehrere Stempel nebeneinander gelegt und damit ausprobiert.

Die weiße Kreidefarbe wird auf den Stempel auftupfen und erstmal ein bis zwei Probestempelungen auf einem Musterholz zur Sicherheit. Danach geht es los. Damit ich immer den gleichen Abstand zwischen den Stempeln habe, lasse ich die Stempel auf dem Stuhlrahmen liegen und kann so immer in die Lücken stempeln.

Wichtig beim Stempeln: Wenn der Stempel liegt nicht mehr hin und her bewegen, sondern nur von senkrecht von oben mit Druck arbeiten. Sonst verwischt das Motiv und wird dadurch unsauber.

So hab’ ich die Sitzfläche rekonstruiert:

Die Sitzfläche war ja nicht mehr vorhanden, also brauchte ich erstmal eine Schablone. Dafür habe ich altes Packpapier auf den Tisch geklebt. Das Papier muss aber auch ein Stück über die Kante des Tisches hinaus ragen.

Danach den Stuhl mit “Sitzfläche” nach unten auf den Tisch gedreht und mit einem Bleistift die Kontur nachgefahren.

Die Vorlage habe ich dann um einen Zentimeter vergrößert, damit diese leicht über den Stuhlrahmen ragt. Damit beim Sägen das Holz nicht einreißt, habe ich die Schnittlinien mit Kreppklebeband überklept.

Gesägt habe ich mit der Stichsäge. Das ging relativ einfach und flott. Nach dem Aussägen habe ich die Sitzfläche gleich mal Probe angepasst und musst dann nur an zwei Stellen noch etwas nacharbeiten, da der Stuhl nicht mehr so ganz symmetrisch war.

Auch die Sitzfläche habe ich geschliffen und gereinigt. Dabei zeigte sich, dass auch mein verwendetes Holz durchbluten wird. Also habe ich den weißen Sperrgrund von Ligncolor aufgetragen und musste somit auch nur einmal mit der weißen Kreidefarbe streichen für das perfekte Ergebnis.

Hier noch das DIY-Video mit der Schritt-für-Schritt-Anleitung:


Viel Spaß beim KREATIV sein!

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1) alten Holzstuhl

2) Kreidefarbe, Sperrgrund von Lignocolor
Meine verwendeten Farbtöne: Weiß – Sperrgrund transparent und weiß
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3) Indische Stempel mit Gummiplatte

4) Pinsel


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